Nachhaltige Landwirtschaft für alle – geht das?

Nachhaltige Landwirtschaft für alle – geht das?

Am 09.01.2020 besuchten wir mit dem Erdkunde Leistungskurs der Jahrgangsstufe Q1 den Bio-Bauernhof „Lammertzhof“ in Büttgen bei Kaarst. Bereits am Treffpunkt im hofeigenen Bioladen des Gastgebers war direkt zu erkennen, womit sich der Bauernhof identifiziert.

Zuerst hieß uns Heinrich Hannen, der Eigentümer des Bauernhofes, herzlich willkommen und berichtete uns ein paar Fakten über seinen Bauernhof. Er erklärte, wie der Hof gegliedert ist, aber vor allem thematisierte er den Wandel, den der Hof seit seiner Gründung im Jahr 1864 durchlebt hat. Besonders hervorstechend ist nämlich, dass die vorherigen Generationen seiner Familie alle konventionelle Landwirte waren. Erst seit Herr Hannen den Hof führt sind grundlegende Veränderung im Betrieb eingeführt worden.

Danach führte uns der Biolandwirt über seinen Bauernhof und zeigte uns seine Felder, sein Gewächshaus und wir sahen die Mitarbeiter bei ihrer alltäglichen Arbeit. Der Hof ist wie ein kleines Unternehmen: Hier haben rund 55 Mitarbeiter eine Arbeitsstelle in unterschiedlichen Bereichen. Zudem wird eine kaufmännische Ausbildung angeboten. Wir sahen im Verlauf der Führung, wie naturbelassen die Felder und die Erträge sind und wie nachhaltig die ganze Produktion abläuft. Darauf legt Hannen sehr viel Wert, weshalb er auch viel Geld in seinen Hof und seine Ideen investiert. Zusätzlich investiert er viel Zeit in seine Arbeit, die nicht nur auf dem Feld stattfindet, sondern mittlerweile vor allem im Büro. Tagtäglich verbringt er hier weit über zehn Stunden und das fast das ganze Jahr über, ohne Ferien; nur sonntags bleibt mittlerweile etwas Zeit zum Ausschlafen. Die Kraft für diesen Knochenjob schöpfe er, so seine Worte, aus der Leidenschaft, mit der ökologischen Landwirtschaft etwas Gutes für Mensch und Umwelt zu tun. Diese Motivation war deutlich zu erkennen, als er uns im Anschluss an die Hofführung sehr umfassend und mit viel Zeit all unsere Fragen beantwortete, die bei der Vorbereitung auf die Exkursion und während dieser aufgekommen waren.

Zurück am Goethe beschäftigte uns dann vor allem eines: Was hat der Ausflug bei uns persönlich bewirkt?

Im Unterrichtsgespräch sind wir zu verschiedenen Meinungen gelangt, die jedoch alle das Thema Nachhaltigkeit betrafen. Der Begriff der Nachhaltigkeit meint, ein Gefüge aus Vorgängen und Abläufen zu schaffen, welches für mehrere Jahre und sogar Generationen harmoniert – in etwa wie ein Kreislauf, also ein System, das ohne Probleme langfristig funktioniert.

Im Falle der ökologischen Landwirtschaft am Beispiel vom Lammertzhof ließ sich deutlich erkennen, dass dieses System weit mehr umfasst, als man zunächst vermutet. Somit werden nicht nur die landwirtschaftlichen Produkte (also das Obst, Gemüse usw.) nachhaltig streng biologisch produziert, sondern sind beispielsweise die Dächer der Haupthalle mit einer bis zu 20 cm dicken Erdschicht bedeckt, dank welcher besonders geeignete Pflanzen das Dach begrünen. Diese Pflanzen sorgen für eine Absorption des CO2 aus der näheren Umgebung.

Des Weiteren ist besonders der Aspekt des Konsumverhaltens aufgekommen, denn die Exkursion hat uns allen unser eigenes Konsumverhalten vor Augen geführt. Nachhaltige Landwirtschaft funktioniert nicht, ohne dass auch wir Menschen unseren Teil zum Kreislauf beitragen, denn wir beeinflussen maßgeblich, ob dieser überhaupt funktioniert. Ein kontrolliertes Konsumverhalten heißt nicht gleich, dass jede*r vegetarisch/vegan leben muss, es heißt, dass man die Bio-Landwirtschaft mit einem Kauf ihrer Produkte unterstützt. Man sollte auf das billige Fleisch, die Tomate im Sonderangebot verzichten, sowohl in Supermärkten als auch in Fast-Food Restaurants. Man sollte sich zudem vor Augen führen, ob ein Tierleben wirklich so wenig wert sein kann und was man bei dem Verzehr von billigen Lebensmitteln eigentlich zu sich nimmt. Letztendlich geht es bei der Diskussion um unser Konsumverhalten nicht darum, anderen ein schlechtes Gewissen einzureden, sondern um das Schaffen eines Bewusstseins für den eigenen Konsum und die damit verbundene Verantwortung.

All diese Aspekte und Argumente haben wir aus der Hofführung mitnehmen können. Sie gab uns neue Einblicke in die Welt der Landwirtschaft und sogar politische Perspektiven wurden uns in diesem Rahmen nähergebracht. Insgesamt war es für unseren Kurs eine großartige und wichtige Erfahrung, die nicht nur hilfreich für unseren Unterricht ist, sondern uns vor allem auch im zukünftigen Leben unseren Alltag begleiten wird.

 

Johannes Budde
Exkursion der Klasse 5c zum Bioland Lammertzhof

Exkursion der Klasse 5c zum Bioland Lammertzhof

Wir essen täglich Nahrungsmittel, die in Landwirtschaftsbetrieben produziert werden. Woher aber genau kommen unsere Lebensmittel? Wie werden Fleisch, Eier, Obst und Gemüse heute in der modernen Landwirtschaft erzeugt? Wie hat sich die Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten verändert? Wie unterscheidet sich die ökologische Landwirtschaft von der konventionellen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Klasse 5c im Rahmen der Unterrichtsreihe „Landwirte versorgen uns“  in ihrem Erdkundeunterricht. 

Um den Schülerinnen und Schülern einen handlungsorientierten Zugang zu den erlernten Unterrichtsinhalten zu ermöglichen, besuchte die Klasse 5c am 06. Juni 2018 den Lammertzhof in Kaarst. Bei sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein lernten die Schüler in einer zweistündigen Hofführung alles rund um die biologische Erzeugung unserer Lebensmittel und deren Vermarktung im Hofladen bzw. als Ökokiste. 

Die Schülerinnen und Schüler konnten live erleben, wie weitläufig Hühner in der ökologischen Landwirtschaft gehalten werden und mit welchem Aufwand und welcher Hingabe verschiedenste Lebensmittel wie Kartoffeln, Gurke, Tomaten, Salat oder rote Beete angebaut werden. So durfte die Klasse 5c die Hühner in ihrem Freigehege besuchen, den Mitarbeitern beim Unkrautjäten zusehen, die Felder durchqueren und außerdem auch noch all die verschiedenen Lebensmittel erntefrisch verkosten. Sie erhielten nebenbei viele Informationen über die ökologische Bestellung von Feldern und den nachhaltigen Anbau im Gewächshaus, über Fruchtfolgen und die bedarfsgerechte Düngung mit Hilfe von Leguminosen. Auch die Packstationen für die Ökokisten sowie die Vorführung der Kartoffelsortieranlage standen auf dem Programm. Im Anschluss an die Führung interviewten die Schüler den Landwirt Herrn Hannen und nach einer weiteren halben Stunde voller spannender Fragen und Antworten blieb noch ein wenig Zeit, um auf dem Spielplatz zu toben oder den Hofmarkt zu erkunden und das Taschengeld für ökologisch angebaute Erdbeeren oder Süßigkeiten auszugeben. 

 

Annika Hähr 

 

Exkursion zum Lammertzhof

Exkursion zum Lammertzhof

Bauernhofexkursion der Klasse 5c und von Studenten des Interdisziplinären Projektes Gesunde Ernährung für Kinder der Bergischen Universität Wuppertal am 22. Januar 2017

Wir essen täglich Nahrungsmittel, die in Landwirtschaftsbetrieben produziert werden. Doch wie werden Fleisch, Eier, Obst und Gemüse in der modernen Landwirtschaft erzeugt? Welche Nahrungsmittel sind gesund? Wie unterscheidet sich die ökologische Landwirtschaft von der herkömmlichen? Und was hat Essen mit unserem Klima zu tun?

Im Rahmen eines Erdkundeprojekts zur Unterrichtsreihe „Landwirte versorgen uns“  besuchte die Klasse 5c den Biobauernhof Lammertzhof in Kaarst. Bei frostigen Temperaturen und eisigem Wind lernten die Schüler in einer anderthalbstündigen Hofführung alles rund um die biologische Erzeugung unserer Lebensmittel und deren Vermarktung im Hofladen bzw. als Ökokiste. Neben der anschaulichen Darstellung, wie eng Mastschweine in der traditionellen Landwirtschaft eingepfercht werden und unter welchen unwürdigen Bedingungen sie ihr Leben fristen, konnten die Schüler die Vorteile einer ökologischen Landwirtschaft live erleben. Sie durften die Schafe füttern und die Hühner in ihrem Freigehege besuchen. Sie erfuhren über die ökologische Bestellung von Feldern und der nachhaltigen Anbau im Gewächshaus, über Fruchtfolgen und die bedarfsgerechte Düngung mit Hilfe von Leguminosen. Auch die Packstationen für die Ökokisten sowie die Vorführung der Möhrenwaschanlage standen auf dem Programm. Im Anschluss an die Führung interviewten die Schüler den Landwirt Herrn Hannen und nach einer weiteren Stunde voller Fragen und Antworten blieb noch ein wenig Zeit, den Hofmarkt zu erkunden und auf dem Spielplatz mit großer Baumschaukel und Traktor zu toben.

faecher_erdkunde07Die Vor- und Nachbereitung der Exkursion fand in Kooperation mit dem Fachbereich Geographie der Bergischen Universität Wuppertal statt. Gemeinsam mit Studenten des Interdisziplinären Projektes „Regionale Nahrungsmittel für Kinder“ (Dozentin Frau Dipl. Geogr. Ina Jeske) bereiteten die Schüler des Goethe-Gymnasiums die Exkursion im Unterricht vor und nach und setzen sich mit vielen Fragen rund um gesunde Ernährung auseinander. Dabei wurden umfangreiche Materialien eingesetzt, die verschiedene Studentengruppen des Interdisziplinären Projektes erstellten. Die Erarbeitung fand in Form eines Gruppenpuzzles statt und beinhaltete neben der Erarbeitung von informativen Texten, kleineren Experimenten, Erkundungsaufträgen in der näheren Umgebung und Interviews auch kreative Auseinandersetzungen mit dem Thema in Form von Gedichten, Rezepten und Tagebucheinträgen. Die Projektergebnisse wurden in Form von Sammelmappen dokumentiert und ausgestellt.

Insgesamt war das gemeinsame Projekt zwischen Schule und Universität eine lehrreiche und tolle Erfahrung für beide Seiten.

 

Ursula Steffen
Erdkundeleistungskurse zum Schnuppertag an der Universität Wuppertal

Erdkundeleistungskurse zum Schnuppertag an der Universität Wuppertal

Abitur, und was dann? Beim Schnuppertag am Institut für Geographie und Sachunterricht der Universität Wuppertal am 15. Januar hatten die Schülerinnen und Schüler der Erdkundeleistungskurse die Gelegenheit, sich mit den beruflichen Perspektiven eines Geographen auseinanderzusetzen und sich über die Voraussetzungen und Inhalte eines Geographiestudiums ausführlich zu informieren.

Den Auftakt bildete eine Exkursion ins Zentrum von Wuppertal zur Großbaustelle am Döppersberg, wo die SchülerInnen sich mit stadtgeographischen Fragestellungen vor Ort rund um die Transformation einer autogerechten Stadt zu einer nachhaltigen Stadt der kurzen Wege kritisch auseinandersetzen konnten. Dabei wurden potentielle Auswirkungen des geplanten innenstadtnahen Outletcenters auf die Wuppertaler Innenstadt diskutiert.

Im Anschluss besuchten die Schülerinnen und Schüler die Vorlesung Humangeographie bei Prof. Dr. Andreas Keil. Zunächst stellte ein Student seine Zukunftsvisionen von der Stadt der Zukunft in Form eines Referates vor, in dem globale Herausforderungen der zukünftigen Stadtentwicklung auf der Grundlage von aktuellen innovativen Stadtentwicklungskonzepten aufgegriffen und in ein eigenes Gesamtkonzept eingebunden wurden. Im weiteren Verlauf der Vorlesung referierte Prof. Dr. Keil über zukünftige Stadtentwicklung am Beispiel des Klimaviertels Arremberg und des Ruhrgebietes. Danach lud Professor Dr. Keil zu einer gemeinsamen Gesprächsrunde mit Schülern, Studenten und Lehrern rund um den Aufbau und die Inhalte eines Geographiestudiums sowie die vielfältigen Berufsperspektiven als Geograph ein.

Ein Besuch der Universitätsbibliothek sowie ein kurzer Rundgang über das Universitätsgelände rundeten den Besuchstag ab. Beim abschließenden gemeinsamen Essen in der Mensa wurde noch lange über die neu gewonnenen Eindrücke, Zukunftsperspektiven und eigene Erfahrungen mit Geographie  gesprochen. Insgesamt bot die Veranstaltung viele Impulse zur Studien- und Berufsorientierung. Ganz nebenbei erhielten die Schüler auch viele Eindrücke zur aktuellen Stadtentwicklung Wuppertals und konnten somit auch Einblicke in geographische Fragestellungen in der Praxis gewinnen.

 

Ursula Steffen
Exkursion zum Lammertzhof

Exkursion zum Lammertzhof

Bauernhofexkursion mit der Klasse 5c und Studenten des Interdisziplinäres Projekt Gesunde Ernährung für Kinder der Bergischen Universität Wuppertal am 22.01.2016

Wir essen täglich Nahrungsmittel, die in Landwirtschaftsbetrieben produziert werden. Doch wie werden Fleisch, Eier, Obst und Gemüse in der modernen Landwirtschaft erzeugt? Welche Nahrungsmittel sind gesund? Wie unterscheidet sich die ökologische Landwirtschaft von der herkömmlichen? Und was hat Essen mit unserem Klima zu tun?

Im Rahmen eines Erdkundeprojekts zur Unterrichtsreihe „Landwirte versorgen uns“  besuchte die Klasse 5c den Biobauernhof Lammertzhof in Kaarst. Bei frostigen Temperaturen und eisigem Wind lernten die Schüler in einer anderthalbstündigen Hofführung alles rund um die biologische Erzeugung unserer Lebensmittel und deren Vermarktung im Hofladen bzw. als Ökokiste. Neben der anschaulichen Darstellung, wie eng Mastschweine in der traditionellen Landwirtschaft eingepfercht werden und unter welchen unwürdigen Bedingungen sie ihr Leben fristen, konnten die Schüler die Vorteile einer ökologischen Landwirtschaft live erleben. Sie durften die Schafe füttern und die Hühner in ihrem Freigehege besuchen. Sie erfuhren über die ökologische Bestellung von Feldern und der nachhaltigen Anbau im Gewächshaus, über Fruchtfolgen und die bedarfsgerechte Düngung mit Hilfe von Leguminosen. Auch die Packstationen für die Ökokisten sowie die Vorführung der Möhrenwaschanlage standen auf dem Programm. Im Anschluss an die Führung interviewten die Schüler den Landwirt Herrn Hannen und nach einer weiteren Stunde voller Fragen und Antworten blieb noch ein wenig Zeit, den Hofmarkt zu erkunden und auf dem Spielplatz mit großer Baumschaukel und Traktor zu toben.

Die Vor- und Nachbereitung der Exkursion fand in Kooperation mit dem Fachbereich Geographie der Bergischen Universität Wuppertal statt. Gemeinsam mit Studenten des Interdisziplinären Projektes „Regionale Nahrungsmittel für Kinder“ (Dozentin Frau Dipl. Geogr. Ina Jeske) bereiteten die Schüler des Goethe-Gymnasiums die Exkursion im Unterricht vor und nach und setzen sich mit vielen Fragen rund um gesunde Ernährung auseinander. Dabei wurden umfangreiche Materialien eingesetzt, die verschiedene Studentengruppen des Interdisziplinären Projektes erstellten. Die Erarbeitung fand in Form eines Gruppenpuzzles statt und beinhaltete neben der Erarbeitung von informativen Texten, kleineren Experimenten, Erkundungsaufträgen in der näheren Umgebung und Interviews auch kreative Auseinandersetzungen mit dem Thema in Form von Gedichten, Rezepten und Tagebucheinträgen. Die Projektergebnisse wurden in Form von Sammelmappen dokumentiert und ausgestellt.

Insgesamt war das gemeinsame Projekt zwischen Schule und Universität eine lehrreiche und tolle Erfahrung für beide Seiten.

 

Ursula Steffen