Pädagogik

Das Fach Erziehungswissenschaft kann von Schülerinnen und Schülern des Goethe Gymnasiums ab der Klasse 10 belegt und im Kurssystem bis zum Abitur als dreistündiger Grundkurs mit den entsprechenden Klausuren und mit mündlicher oder schriftlicher Abschlussprüfung fortgeführt werden. In der Regel wird das Fach gerne gewählt, so dass im Schnitt mindestens drei Parallelkurse mit jeweils ca. 20 Schülerinnen und Schülern zustande kommen. Leistungskurse werden aufgrund unseres Schulprofils leider nicht angeboten.

Die Erziehungswissenschaft ist im Vergleich z.B. zur Philosophie eine sehr junge Wissenschaft und ist erst ca. 200 Jahre alt. Dafür hat sie sich aber sehr weit aufgefächert und ist mit vielen anderen geisteswissenschaftlichen Disziplinen ein Verbindung eingegangen. So kennt man z.B. die Sozialpädagogik mit ihrem gesellschaftswissenschaftlichem Schwerpunkt, die pädagogische Psychologie, die sich eher mit der individuellen Entwicklung auseinandersetzt, die Schulpädagogik, die sich z.T. mit dem „System“ Schule aber auch mit der Wissensvermittlung im Unterrichtsgeschehen befasst (Didaktik) und viele mehr.

„Fähigkeiten werden vorausgesetzt. Sie sollen zu Fertigkeiten werden. Dies ist der Zweck aller Erziehung.“

(Johann Wolfgang von Goethe)

Aus diesem Grund lernen die Schülerinnen ausgewählte so genannte „Handlungsfelder“ der Pädagogik kennen, die ihnen einen Einblick in die Vielfalt des Faches gewähren.

In der Einführungsphase sind das die Themen Bildung, Lernen und Erziehung und mit der „Allgemeinen Pädagogik“ gleichzusetzen. Hier lernen die Schülerinnen die ganze Breite des Faches kennen; von historischen Vergleichen verschiedener Erziehungsziele, auch im kulturellen Kontext, bis hin zu behavioristischen Methoden der Lernpsychologie.

In der Qualifikationsphase führt der Weg systematisch von der Identitätsbildung in den verschiedenen Phasen der Kindheit und Jugend hin zu verschiedenen Formen der Sozialisation und zur Bewährung in der Gesellschaft. Immer wieder werden dabei auch historische Beispiele herangezogen, vor allem natürlich die großen Theoretiker der Erziehungswissenschaft wie Comenius oder Pestalozzi, aber auch Erziehungsziele des III. Reiches und ihre Methoden; nicht zuletzt, um damit das von Theodor Adorno festgelegte Erziehungsziel zu erreichen, „…dass Auschwitz nicht noch einmal sei“.

Alle Lehr- und Lernformen des Faches sind von strenger Wissenschaftlichkeit geprägt, wobei theoretische und praktische Anteile des Unterrichtes zum Einsatz kommen. Durch das Programm Lions Quest „Erwachsen handeln“, soziales Lernen in praktischem Engagement außerhalb der Schule, Rollentrainings, durch den Einsatz bei der Kinderbetreuung am „Tag der offenen Tür“ oder Plan-/Simulationsübungen, lernen die Schülerinnen und Schüler Lernprozesse auch selbsttätig zu organisieren.

Das Fach Erziehungswissenschaft am Goethe Gymnasium ist formal und inhaltlich, wie von der Kultusministerkonferenz gefordert, wissenschaftspropädeutisch, d.h., vor allem ab der Q1 entsprechen ausgewählte Unterrichtsformen einem Proseminar an einer Universität. Schülerinnen und Schüler werden auf hohem Niveau gefordert, erarbeiten sich Inhalte auch selbstgesteuert und müssen Arbeitsergebnisse, z.B. in Form von Referaten oder Ausstellungen, präsentieren.